Antwort
Ich schaue mir an, welche Parteien mit ihren Vorstössen (Motionen, Postulate etc.) am erfolgreichsten sind. Zuerst prüfe ich die relevanten Tabellen.
Ich muss zunächst verstehen, wie ich die Partei-Zugehörigkeit eines Vorstosses ermittle und wie "Erfolg" definiert wird (angenommen/überwiesen). Ich prüfe die Statuswerte und die Business-Typen.
Für "Erfolg" ist entscheidend, welche Vorstösse tatsächlich angenommen werden. Ich fokussiere auf Motionen (verbindlichster Vorstoss — verlangt vom Bundesrat konkretes Handeln) und Postulate, weil dort "angenommen/abgelehnt" klar messbar ist. Interpellationen und Fragen haben keinen Annahme-Status. Ich schaue mir die Statuswerte für Motionen an.
Der Status "Erledigt" ist mehrdeutig — er umfasst sowohl angenommene als auch abgelehnte/abgeschriebene Motionen. Für eine saubere Erfolgsmessung brauche ich das Detail. Ich prüfe die business_status-Timeline für aussagekräftigere Endzustände.
Der zuverlässigste Erfolgsindikator für eine Motion ist der Status "Überwiesen an den Bundesrat" (Id 209) — das bedeutet, beide Räte haben sie angenommen und sie ist verbindlich. Für Motionen des Ständerats gibt es zusätzlich "Angenommen" (Id 26). Ich definiere Erfolg als: hat jemals den Status "Überwiesen an den Bundesrat" erreicht.
Ich fokussiere auf einen sauberen Zeitraum (ab Legislatur 48, d.h. ab 2007 — moderne, vollständige Daten) und analysiere den Erfolg nach Fraktion des Erstunterzeichners. Zunächst prüfe ich, wie viele Motionen einen Fraktions-Erstunterzeichner haben.
Das ist ein klares Bild. Ich möchte die Fraktionscodes noch mit vollen Namen versehen und die Zahl der eingereichten Motionen (Fleiss) vs. Erfolgsquote gegenüberstellen. Ich hole die Fraktionsnamen und baue eine Visualisierung.
Die Erfolgsquoten reichen von 4,5% bis 23,8% — ein breiter Bereich, gut für einen Balken/Lollipop-Chart. Ich zeige die Erfolgsquote der Motionen nach Fraktion.
Die überwiesenen Motionen sind die härteste Erfolgswährung des Parlaments: Eine Motion beauftragt den Bundesrat verbindlich, und sie muss von beiden Räten identisch angenommen werden. Von den rund 7.700 Motionen mit Fraktions-Erstunterzeichner seit 2007 (Legislatur 48) haben es diese Anteile bis zum Bundesrat geschafft:
{
"$schema": "https://vega.github.io/schema/vega-lite/v6.json",
"title": "Erfolgsquote von Motionen nach Fraktion (Erstunterzeichner, seit 2007)",
"data": {"values": [
{"faction": "RL", "name": "FDP-Liberale", "total": 1040, "accepted": 248, "pct": 23.8},
{"faction": "BD", "name": "BDP", "total": 72, "accepted": 17, "pct": 23.6},
{"faction": "M-E", "name": "Die Mitte / EVP", "total": 1391, "accepted": 289, "pct": 20.8},
{"faction": "GL", "name": "Grünliberale", "total": 317, "accepted": 32, "pct": 10.1},
{"faction": "S", "name": "SP", "total": 1714, "accepted": 148, "pct": 8.6},
{"faction": "V", "name": "SVP", "total": 2180, "accepted": 170, "pct": 7.8},
{"faction": "G", "name": "Grüne", "total": 927, "accepted": 42, "pct": 4.5}
]},
"mark": {"type": "bar"},
"encoding": {
"y": {"field": "faction", "type": "nominal", "title": "Fraktion", "sort": "-x"},
"x": {"field": "pct", "type": "quantitative", "title": "Anteil überwiesen an den Bundesrat (%)"},
"color": {
"field": "faction", "type": "nominal", "legend": null,
"scale": {
"domain": ["V","S","RL","M-E","G","GL","BD"],
"range": ["#005E29","#D0274E","#0094EB","#EA7815","#89BA2C","#C4D600","#C4956A"]
}
},
"tooltip": [
{"field": "name", "type": "nominal", "title": "Fraktion"},
{"field": "total", "type": "quantitative", "title": "Motionen eingereicht"},
{"field": "accepted", "type": "quantitative", "title": "davon überwiesen"},
{"field": "pct", "type": "quantitative", "title": "Erfolgsquote %", "format": ".1f"}
]
}
}
Die Erfolgsrangliste folgt fast perfekt der Regierungsnähe. Am erfolgreichsten sind die klassischen Bundesratsparteien der bürgerlichen Mitte:
- FDP (RL): 23,8 % — fast jede vierte Motion wird verbindlich. Trotz nur 1.040 Vorstössen holt sie 248 Erfolge, die höchste Trefferquote.
- Die Mitte / EVP (M-E): 20,8 % — mit 289 überwiesenen Motionen die absolut meisten Erfolge, weil sie viel einreicht und mehrheitsfähig formuliert.
- Die kurzlebige BDP liegt mit 23,6 % nominell gleichauf, aber auf kleiner Basis (72 Motionen).
Am unteren Ende steht die Opposition — links wie rechts:
- Grüne (G): 4,5 % — schlusslicht. Nur 42 von 927 Motionen kamen durch.
- SVP (V): 7,8 % — das interessanteste Ergebnis: Die SVP reicht mit 2.180 die mit Abstand meisten Motionen ein (Fleiss), ist aber trotz relativer Stärke im Nationalrat eine der erfolglosesten Fraktionen. Ihr rechtes Profil findet selten Mehrheiten in beiden Räten.
- SP (S): 8,6 % — spiegelbildlich zur SVP am linken Rand.
Das eigentliche Muster: Nicht Grösse entscheidet über Erfolg, sondern Position im politischen Zentrum. Die beiden grössten Fraktionen (SVP, SP) sind zugleich die erfolglosesten pro Vorstoss, während die kleinere FDP und die Mitte fast dreimal so oft durchdringen. Eine Motion muss identisch durch National- und Ständerat — und im föderalen, mitte-lastigen Ständerat scheitern polarisierende Anliegen der Ränder regelmässig.
Ein Vorbehalt: "Erfolg" heisst hier rechtlich überwiesen. Oppositionsfraktionen nutzen Motionen oft bewusst als politisches Signal ohne Mehrheitsaussicht — die niedrige Quote ist also teils Strategie, nicht nur Scheitern. Möchtest du dieselbe Analyse für Postulate oder parlamentarische Initiativen, oder die Entwicklung über die einzelnen Legislaturen?